Es war eine zutiefst turbulente Zeit. Dazu kam noch, dass ich an der sogenannten Kusskrankheit erkrankte.
Meine Hausärztin in der Wiener Berggasse – ausgerechnet dort, wo sich auch das Sigmund-Freud-Museum befindet – erkannte die Symptome sofort und schickte mich nach Hause, damit ich mich auskurieren konnte.
Mononukleose also.
Ich hatte das Gefühl, in eine Art Trancezustand zu verfallen. Tagelang lag ich da, gefangen in einer bleiernen Müdigkeit. Aus Tagen wurden Wochen. Alles war schwer, verlangsamt, wie in Watte gepackt.
Mein Vater brachte mir einmal eine frische Mango – als könnte diese kleine Geste mein Leiden ein wenig lindern. Ich erinnere mich bis heute daran.
Wenn ich jetzt daran denke, erscheint mir diese Zeit fast unwirklich: Im Sommer 2009 hatte ich den ersten Studienabschnitt noch mit Auszeichnung abgeschlossen. Und dann – die Beziehung zu Peter, die Band, Bandcontests, erste Auftritte. Gleichzeitig begannen meine Leistungen an der Universität zu bröckeln, bis sie schließlich völlig nachließen.
Als es mir langsam besser ging, begann ich zu laufen.
Ich lief und lief – wie Forrest Gump.
Die Universität trat in den Hintergrund. Nur selten setzte ich mich noch in Vorlesungen. Stattdessen lief ich kilometerweit, bis zur Donau, den Donaukanal entlang. Ich sog die Landschaft in mich auf, die Weite, das Wasser, die Bewegung.
Und doch war es mehr als nur Laufen.
Ich hatte das Gefühl, ich müsste etwas aus mir herauslaufen – den angestauten Stress mit meinen Eltern, die innere Unruhe, die Derealisation, die Depersonalisation. Es war, als müsste ich meine Wahrnehmung wieder gerade rücken, als könnte ich sie Schritt für Schritt zurück in die Wirklichkeit zwingen.
Ich lief, um mich wieder zu spüren.
(c) Daria Kokozej und KI Überarbeitung, 20.März 2026, Auszug aus meinem autobiographischen Projekt/ Buch, das ich begonnen habe zu schreiben