Auseinandersetzungen führen auseinander (Deutschschularbeit aus dem Jahre 2005, Daria Kokozej, bewertet mit „sehr gut“/Ausgezeichnet):
Die Aussage, dass alle Auseinandersetzungen auseinander führen, ist meiner Meinung nach zu verallgemeinernd und übertrieben. Man kann deshalb nicht behaupten, dass Auseinandersetzungen immer auseinander führen, weil es verschiedene „Abstufungen“ gibt, das heißt, dass bestimmte Fälle mit unzähligen Ausnahmen existieren. In der folgenden Erörterung möchte ich einige konkrete Formen der Auseinandersetzung analysieren.
Streit, zum Beispiel, entsteht aus den verschiedensten Gründen, sei es aus Unzufriedenheit gegenüber dem Partner oder irgendeiner Tat, die er „begangen“ hat, oder aber wegen irgendeiner meist unwichtigen Sache, sozusagen ohne bestimmten Grund. Streit ist, im Vergleich zu ernsteren Formen der Auseinandersetzung wie Krieg, eine jedem von uns gut bekannte Sache, die grob geschätzt, täglich passiert. Jeder Mensch hat schon öfters in seinem Leben gestritten. Manche Menschen sind nach dieser Form von Spannung auseinander gegangen, andere haben im Gegenteil zueinander gefunden. Ob Streit auseinander führt oder nicht, hängt zusammen, welchen Charakter bzw. welche Einstellung die beiden Personen oder Parteien besitzen und in welcher Situation sie sich befinden. Eigentlich ist es sinnlos zu analysieren, ob wirklich jeder Streit die Betroffenen spaltet oder nicht, genauso wie es Unsinn ist, die Utopie zu untersuchen, wie alles aussehen würde, wenn auf der Erde absoluter Frieden oder absolutes Chaos herrschte.
An dieser Stelle ist es möglicherweise angebracht, ein Wort zum Thema „Verallgemeinerung“ einzuflechten. Ich persönlich glaube, dass manche Menschen einfach vergessen, dass in unserem Dasein nicht nur „Schwarz“ oder „Weiß“ existiert, besser formuliert, dass es nicht nur gute Seiten oder nur böse Seiten in unserem Leben gibt, sondern, dass dazwischen etliche Kombinationen bestehen. Für mich erscheint es unverständlich, wieso viele Menschen versuchen, bestimmte Dinge strikt in Kategorien wie „gut“ oder „böse“ einzuteilen, denn, wie gesagt, kann etwas nicht prinzipiell gut oder böse sein. Ich hoffe, dass mich jeder verstehen wird, wenn ich behaupte, dass jede Situation, jeder Sachverhalt auf dieser Welt zwei Seiten hat. So lässt sich zum Beispiel religiöse Überzeugung sowohl positiv als auch negativ, d.h. fanatisch ausleben. Genauso verhält es sich mit Streit und überhaupt mit jeder Form von Auseinandersetzung. Es gibt unzählige Gründe, die zur Entstehung eines Streites führen können und somit unzählige Möglichkeiten, wie die Situation der Menschen, die in den Streit verwickelt sind, danach aussehen wird.
Stellen wir anschließend eine andere Art der Auseinandersetzung in Frage, bei der ganze Menschengruppen involviert sein können, nämlich die Spannung zwischen der „heimischen“ Bevölkerung und den Zuwanderern bzw. Ausländern, von denen sich vielleicht manche öfters ausgestoßen fühlen, weil sie keine Gastfreundschaft von Seiten des Landes spüren, in das sie eingewandert sind. Wieder kann ich nur betonen, dass in dieser Situation viele Facetten und somit auch verschiedene Möglichkeiten enthalten sind, ob dieser Art der Auseinandersetzung vollkommen auseinander führt oder nicht. Doch Eines gilt mit Gewissheit generell, und zwar, wie die Menschen auf die jeweilige Situation eingestellt sind. Wenn wir in einer Auseinandersetzung absolutes Desinteresse und null Bereitschaft zeigen, das entstandene Problem zu beseitigen, dann wird sich auch unser Gegner, mit dem wir in den Konflikt hineingeraten sind, gewiss nicht freuen und die Auseinandersetzung wird tatsächlich auseinander führen. Wenn wir jedoch Interesse bzw. Bereitschaft zeigen, das jeweilige Problem endgültig aus dem Weg zu räumen, dann wird diese positive Einstellung unserem Partner spürbar und e hängt fast nur mehr von ihm und seiner Bereitschaft ab ebenfalls „entgegen zu kommen“, ob es zu einer Lösung des Problems und zur Aufhebung der Spannung kommen kann. Kurz zusammengefasst müssen wir Menschen lernen, miteinander umzugehen und einander zu verstehen. Erst dann könnte das Ausmaß der Auseinandersetzungen stark zurückgehen.
Schließlich möchte ich Krieg als letzte Form der Auseinandersetzung in meiner Arbeit besprechen. Krieg zwischen zwei oder mehreren Nationen ist eine sehr ernste Angelegenheit, bei der viele unschuldige Menschenleben verloren gehen. Ich persönlich kann die Gewalt, die in Kriegen angewendet wird, nur in die Kategorie „negativ“ einordnen, obwohl es auf der Welt auch andere Ansichten zu diesem Thema gibt, zum Beispiel in anderen, und Christen eher unverständlichen Religionen (aber auch Christen haben heilige Kriege geführt). Doch auch wenn sich die meisten Menschen Frieden auf dem ganzen Erdball wünschen, ist es unmöglich Krieg und Gewalt vollkommen zu beseitigen, das wäre eine Utopie. Aber wiederum könnten wir, oder zumindest die Politiker, die Häufigkeit der kriegerischen Auseinandersetzungen verringern, wenn wir unsere Mitmenschen mit offeneren Armen empfangen und ihnen mit mehr Wärme und Toleranz entgegenkämen. Führen Auseinandersetzungen nun auseinander oder nicht? Auseinandersetzungen führen auseinander, falls wir gegenüber unseren so genannten „Mitmenschen“ feindlich gestimmt sind, ihnen mit Vorurteilen oder zynischen Kritiken entgegentreten, und danach das Desinteresse, diese Spannung aufzuheben, in uns weiterhin besteht. Aber wenn wir versuchen, mehr gute als böse Seiten im „Gegenüber“ zu erkennen, wenn wir uns bemühen, „natürlich“ und wahrhaftig zu verstehen und zu respektieren und nicht „künstlich zu dulden“, dann können in Zukunft viel mehr Auseinandersetzungen vermieden und die immer wieder auftauchende „kalte Schwelle“ in unserem herzen durchbrochen werden.
KI- Version/Verbesserung, 2025:
Einleitung
Die Aussage, dass alle Auseinandersetzungen auseinander führen, halte ich für zu verallgemeinernd und übertrieben. Es gibt viele unterschiedliche Formen von Konflikten und ebenso viele mögliche Ausgänge. Deshalb kann man nicht pauschal sagen, dass jede Auseinandersetzung in Trennung oder Spaltung endet. In dieser Erörterung möchte ich verschiedene Arten von Auseinandersetzungen betrachten und zeigen, dass sie auch verbinden oder zu einem besseren Verständnis führen können.
1. Streit im persönlichen Umfeld
Streit entsteht oft aus Unzufriedenheit, Missverständnissen oder kleinen Alltagsproblemen. Er ist eine Form der Auseinandersetzung, die jeder Mensch kennt. Manche Beziehungen zerbrechen daran, andere werden dadurch sogar stärker. Ob ein Streit auseinander führt oder nicht, hängt stark vom Charakter und der Einstellung der beteiligten Personen ab – und davon, wie bereit sie sind, sich aufeinander einzulassen und Lösungen zu finden.
Es wäre zu einfach zu sagen, dass jeder Streit Menschen voneinander entfernt. Genauso wenig bringt es etwas, sich mit unrealistischen Vorstellungen wie „absolutem Frieden“ oder „vollkommenem Chaos“ zu beschäftigen. Die Realität liegt meistens irgendwo dazwischen.
2. Verallgemeinerungen und die Realität dazwischen
Viele Menschen neigen dazu, Dinge in Schwarz und Weiß einzuteilen – gut oder böse, richtig oder falsch. Aber so einfach ist das Leben nicht. Zwischen diesen Extremen gibt es viele Graustufen. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass jede Situation zwei Seiten hat. Religiöse Überzeugungen können zum Beispiel sowohl Frieden stiften als auch in Fanatismus umschlagen. Ähnlich ist es mit Streit und Konflikten: Je nach Umgang damit können sie trennen oder verbinden.
3. Gesellschaftliche Auseinandersetzungen
Ein weiteres Beispiel ist das Zusammenleben zwischen der einheimischen Bevölkerung und Zugewanderten. Oft fühlen sich Migrantinnen und Migranten ausgeschlossen, weil ihnen nicht genug Offenheit oder Gastfreundschaft begegnet. Auch hier zeigt sich: Ob diese Auseinandersetzung zu Spaltung oder Verständigung führt, hängt davon ab, wie beide Seiten aufeinander zugehen.
Wenn auf beiden Seiten Desinteresse und Vorurteile herrschen, ist ein positives Ergebnis unwahrscheinlich. Zeigt aber eine Seite Verständnis und Gesprächsbereitschaft, kann das den Weg zu einer Lösung ebnen – vorausgesetzt, die andere Seite ist ebenfalls bereit, darauf einzugehen. Nur so kann man Spannungen abbauen und das gegenseitige Verständnis stärken.
4. Krieg als schwerste Form der Auseinandersetzung
Kriege zwischen Nationen sind besonders schwere Auseinandersetzungen, bei denen viele unschuldige Menschen leiden oder sterben. Für mich ist die Anwendung von Gewalt grundsätzlich negativ – auch wenn es auf der Welt unterschiedliche Sichtweisen gibt, selbst innerhalb religiöser Gruppen. (Auch Christen haben z. B. „heilige Kriege“ geführt.)
Ein weltweiter Frieden bleibt wahrscheinlich eine Utopie. Doch wir können die Häufigkeit solcher Konflikte verringern, wenn wir einander mit mehr Respekt, Offenheit und Menschlichkeit begegnen – vor allem auch auf politischer Ebene.
Schlussfolgerung
Führen Auseinandersetzungen nun auseinander oder nicht? Es kommt darauf an, wie wir damit umgehen. Wenn wir unseren Mitmenschen mit Vorurteilen und Desinteresse begegnen, werden Auseinandersetzungen eher trennen. Wenn wir aber versuchen, das Gute im Anderen zu sehen, offen zuhören und echtes Verständnis zeigen, können Konflikte sogar näher zusammenbringen.
Wir müssen lernen, einander nicht nur zu „dulden“, sondern ehrlich zu respektieren. Nur so können wir Spannungen abbauen und in einer friedlicheren, menschlicheren Gesellschaft leben.